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Interkulturelles aufeinander Zugehen „Iss mit mir – geh mit mir“   

25.04.2014

Am 24. April fand in Baden der Vortrag statt mit dem Titel „Iss mit mir – geh mit mir“ - Interkulturelles aufeinander Zugehen. Die Referentin war Franziska Hug von der Caritas Aargau und ehemalige Co-Präsidentin des AKF.

Iss mit
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Essen ist eine gute Gelegenheit, um sich kennen zu lernen. Dass dieser Satz stimmt, konnten die Teilnehmerinnen bereits vor dem Vortrag bestätigen, denn drei Damen, alles anerkannte Flüchtlinge aus Syrien, Jemen und Eritrea, hatten mit viel Liebe und Können wunderschönes und herrlich schmeckendes Apérogebäck bereitgestellt. Zwei der drei Damen waren anwesend und gaben gerne Auskunft über die Leckereien, ihre Heimatländer, wie und wo sie jetzt leben, und über dies und das.

In jedem Kulturkreis gibt es kultivierte Leute. Was Kultur ist, was sie einem Menschen bedeutet, und wie er sie wahr nimmt, hängt davon ab, was er erlebt hat, und woher er kommt.

In ihrem Vortrag erklärte Franziska Hug zuerst, was man in der Fachsprache unter den Begriffen „Interkulturell“, „Multikulturell“ und „Transkulturell“ versteht: Interkulturell bedeutet, dass sich die Kulturen gegenseitig beeinflussen. Multikulturell ist das Nebeneinander der Kulturen, und Transkulturell bedeutet, dass sich die Eigen- und die Fremdkulturalität mischen. Franziska Hug bat dann die Anwesenden, in kleinen Gruppen darüber zu reden, wie es denn in der eigenen Familie aussieht mit der Transkulturalität. Und natürlich fanden alle in ihren Familien entweder eine italienische Grossmutter, einen Onkel aus England, die Mutter der Schwiegertocher mit Indischen Wurzeln, oder sonst ein Familienmitglied mit einem Bezug ins Ausland.

 

Die Referentin erzählte aus ihrem Alltag in der Caritas Aargau. Dabei begegnen ihr viele Menschen aus den verschiedensten Ländern. Diese Menschen tragen alle z.Teil sehr schwere Lebensrucksäcke. Frau Hug flocht ihn ihre Erzählungen die Geschichten von verschiedenen Männer, Frauen, Kindern, Familien, Alleinerziehenden, Jugendlichen ohne Familie ein. Alle haben ihre Heimat verlassen müssen und wurden in der Schweiz als Flüchtliche anerkannt. Und nun müssen sie sich daran machen, dieses neue Land zu verstehen, es zu ihrer neuen Heimat zu machen. Das fällt nicht allen Menschen leicht. Der  Kompass-Kurs der Caritas soll ihnen dabei helfen, sich zurecht zu finden. Ausser unserer Sprache lernen die Menschen auch verschiedenste Aspekte unseres Landes kennen. Da wird zum Beispiel ein Bauernhof besucht (viele Flüchtliche haben einen bäuerlichen Hintergrund), es werden aber auch eine Kläranlage, ein Wasserreservoir, eine Paketpostzentrale besucht und erklärt. Man feiert gemeinsam den 1. August und lernt  die hiesigen Bräuche kennen, und unternimmt grössere und kleinere Wanderungen.

Zur Integration in unserem Land werden die Flüchtlinge auch angehalten, sich in einem Verein in ihrer Region zu engagieren. Dabei kommen sie mit der lokalen Bevölkerung in Kontakt und können neue Freundschaften schliessen.

Franziska Hug konnte viele Aspekte ihrer Arbeit gut erklären und leistete einiges an Aufklärungsarbeit bezüglich der Integration und der Situation von Flüchtlingen. Am Schluss ihres sehr interessanten und berührenden Vortrags konnten noch Fragen gestellt werden, was auch sehr intensiv genutzt wurde. Spontan wurde ein Kässeli aufgestellt, mit der Idee, dass Franziska Hug mit den momentanen KursteilnehmerInnen etwas unternehmen kann, als Gruss aus Baden.

Der Abend endete da wo er begonnen hatte, beim gemeinsamen Schmaus der feinen Gebäcke aus Syrien, Jemen und Eritrea. Und beim gemeinsamen Reden über dies und das.

Die Getränke wurden vom Frauenbund Baden/Ennetbaden offeriert. Auch den Raum, die Dekoration, die technischen Hilfsmittel und vieles mehr haben die Vorstandsfrauen  organisiert. Ihnen sei an dieser Stelle ganz herzlich gedankt.

AKF, Fachgruppe Gesellschaft, Luzia Hasler


Römisch-Katholische Kirche im Aargau